Die St.-Georgs-Bräuche sind tief im Gebiet von Ivanec verwurzelt und stellen einen unschätzbaren Teil des reichen lokalen Kulturerbes dar. Auch wenn das heutige Bild von Hirten und geschmückten Kühen auf den idyllischen Wiesen unterhalb des Berges Ivančica ungewöhnlich erscheinen mag, leben diese alten Bräuche weiterhin durch die engagierte Arbeit der „Gesellschaft der Freunde der Volksbräuche Maska“ fort.
Kuhhochzeit
Der St.-Georgs-Tag wird am 23. April gefeiert und markiert den letzten Tag, an dem die Kühe frei auf den Wiesen grasten. Danach wurde der Zutritt zu den Weiden verboten, da das Gras gewachsen war und zum Mähen bereit war. Die Hirten feierten diesen besonderen Tag auf einzigartige Weise.
Die Hörner der Kühe waren sorgfältig geschmückt, denn am Georgstag wurden sie symbolisch „verheiratet“. Die Hirten legten Kränze aus Weidenzweigen, geschmückt mit bunten Georgsblumen, auf ihre Hörner. Eine feierliche Prozession der geschmückten Kühe, begleitet von barfüßigen Hirten, die auf Weidenflöten spielten, zog durch das Ortszentrum, bevor jede Kuh mit ihrem Hirten den Heimweg antrat.
Die Kühe hörten auf, Bräute zu sein, vor dem Stall, wo ihnen der Kranz vorsichtig abgenommen wurde. Dreimal wurde der Kranz geschwungen und dann über das Dach geworfen, „für das Glück und Wohlergehen der Kälber und Kühe“.
Die Hirten-Spiele
Neben diesen symbolischen Ritualen wurden am Georgstag auch Hirtenspiele organisiert. Bevor die Spiele begannen, stärkten sich die Hirten mit dem traditionellen „Cvrtje“ – Eiern, die in heimischem gehacktem Schmalz über dem offenen Feuer gebraten wurden.
Diese köstlichen Gerichte, serviert auf knusprigem Maisbrot, gaben ihnen die nötige Energie für die Spiele und die fröhlichen Momente, die darauffolgten.