Schatzkiste

Die Mühle/Mahlmühle von Josip Čaklec

Die Mühle wurde 1888 erbaut und stellte ihren Betrieb 1953 ein. Ursprünglich befand sie sich im Besitz von Stjepan Čaklec, später übernahm sein Sohn Josip Čaklec die Verantwortung für die Mühle und die dazugehörigen Aktivitäten. Die Mühle wurde aus massivem Baumaterial errichtet und für die Mahlproduktion von einem einzigen Wasserrad angetrieben. Die Mühle verfügte über ein eigenes Pferdegespann, das häufig von einer Nachbarin, Roza Mesec, als Kutscherin gelenkt wurde. Das Mehl wurde in nahegelegene Ortschaften wie Jurketinec, Greda und Cerje transportiert.

Eine interessante Besonderheit des Produktionsprozesses war die Glocke am „Grot“ (dem Trichter, in den das Getreide zur Vermahlung eingefüllt wurde). Sobald der Trichter („Grot“) leer war, signalisierte die Glocke, dass er nachgefüllt werden musste. Dieser einfache, aber geniale Mechanismus zeugt von dem außergewöhnlichen Einfallsreichtum des Besitzers.

Der Bach Bistrica hatte in der Vergangenheit ein enormes hydroenergetisches Potenzial, besonders bei starken Regenfällen. Dabei bestand jedoch auch eine erhebliche Gefahr für Leben und Eigentum. Davon zeugt anschaulich ein Artikel, der 1911 in den „Kroatischen Rechten“ (Hrvatske pravice) veröffentlicht wurde, als unsere Gespanschaft von einem schweren Unwetter heimgesucht wurde. Unter anderem wurde Folgendes festgehalten: „…Ein gewaltiges Unwetter, das an jenem Tag plötzlich aufkam, verursachte gegen halb drei Uhr nachmittags einen schrecklichen Wolkenbruch. Die Wassermassen, die sich am südlichen Hang des Ivančica entlang des Baches Bistrica ergossen, rissen alles mit sich, was sich ihnen in den Weg stellte. Wälder, Weinberge, Felder, Hütten und Häuser wurden weggeschwemmt, zurück blieben nur kahle Felslandschaften. Das Unglück war umso größer, da viele arme Bauern auch das letzte Stückchen Land verloren, das ihnen dieses bergige Gebiet bot. Das Hochwasser erreichte sogar Ivanec, überflutete einige Häuser, zerstörte Abflusskanäle und richtete großen Schaden am Tauszigs Sägewerk und zwei Mühlen von Pust an...“

Die Bewohner und die Mühlenindustrie standen ständig im Kampf mit Naturkatastrophen, die zusammen mit verschiedenen Abgaben das Leben und die Wirtschaft erheblich erschwerten. „Hrvatsko jedinstvo“ (Kroatische Einheit) schrieb 1945 über ein Ereignis aus der Chronik der Stadt Varaždin:

„...1776 wurden die Müller mit einer neuen Abgabe, dem sogenannten ‚Uferzins‘, belastet. Für jedes Rad an der Mühle mussten sie 4 Gulden jährlich zahlen.“

Diese Fakten verdeutlichen die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Müllerhandwerks. Trotz aller Widrigkeiten litten die Müller und ihre Familien jedoch nie an einem Mangel an Nahrungsmitteln, was in jener Zeit ein großer Vorteil gegenüber anderen Dorfbewohnern war.