Die Mühle war im Besitz von Mate Friščić, der 1897 geboren wurde und 1934 in Zagreb die Meisterprüfung im Müllerhandwerk ablegte. Das Eigentumsrecht erlangte er 1928 durch den Kauf des Anwesens und der Mühle von seinem Bruder Roko Friščić. Nach Mates Tod führten sein Sohn Stjepan und dessen Schwiegertochter Ana die Mühle weiter, unterstützt von ihrem Enkel. Heute wird die Mühle von seinem Enkel Krešimir Friščić betrieben. Um 1947 wurde die Mühle modernisiert: Anstelle des Mühlrades wurde ein großer Wasserbehälter gebaut, in dessen Boden eine „Francis“-Wasserturbine eingebaut wurde. Die Teile für den Turbinenantrieb wurden in Ludbreg in der Maschinen- und Mechanikerwerkstatt von Petar Križaj erworben.
Nach der Rekonstruktion des Wasserleitungssystems in Ivanec verringerte sich die Wassermenge im Bach Bistrica erheblich. Daher wurde ein Elektromotor installiert, der den Betrieb der Mühle auch heute noch ermöglicht. Durch ein angepasstes Übersetzungsverhältnis wurde die gleiche Drehgeschwindigkeit des Mühlsteins wie zu Zeiten des wasserbetriebenen Mühlenantriebs erreicht, um die gewohnte Qualität des Mehls beizubehalten.
Technischer Befund – Protokoll aus dem Jahr 1929 des Kreisamtes, das am 18.03.1930 in Ivanec genehmigt wurde, legt genau die Nutzung der Mühle, der Wasserressourcen sowie der wasserbaulichen Anlagen fest, mit einer beigefügten Skizze. Die Mühle erbrachte Dienstleistungen wie das Mahlen von Getreide und im Winter die Verarbeitung von Walnüssen, Eicheln und Kürbiskernen zur Herstellung von schwarzem Öl (Kernöl). Der Besitzer hatte einen eigenen Pferdewagen, den sein Sohn Stjepan lenkte und damit Getreide aus den Orten und Siedlungen (Stažnjevec, Greda, Jurketinec, Vidovec, Cerje…) sammelte.
Im Rahmen der Mühle gab es einen sogenannten „Mühlensaal“ mit den Maßen 8x6 Meter, in dem die sogenannten „Gruppen“ von Personen untergebracht waren, die Waren zur Verarbeitung brachten. Sie vertrieben sich die Zeit mit Singen, Kartenspielen und anderen Spielen, darunter auch das Spiel „Rihter“. Unverzichtbar war auch das Angebot an lokalen Spezialitäten (Würste, Schinken, Speck, Wein…). In den Abendstunden versammelte sich dort auch die einheimische Bevölkerung, besonders junge Männer und Frauen.
Diese Mühle verdient definitiv besondere Aufmerksamkeit, da hier auch die erste liegende Kegelbahn in Ivanec untergebracht war, zusammen mit einem Gasthaus namens „Gostiona ‚Planinaru‘“, der Kegelbahn und einem gemischten Warenladen. Die Kegelbahn funktionierte so, dass am Ende der Bahn ein kleines Holzhäuschen stand, in dem eine Person die Aufgabe hatte, die Kegel aufzustellen und den Ball über einen geneigten Betonkanal zurück an den Anfang der Bahn zu bringen. Reste der Kegelbahn sind noch heute sichtbar. Ein konkreter Beweis für vergangene Zeiten ist die Fotodokumentation aus dem frühen 20. Jahrhundert. Nach Erkenntnissen und Quellen war dieser Ort ein Zentrum des sozialen Lebens im oberen Teil von Ivanec. Die Mühle war eine wertvolle Verbindung in der Synergie von wirtschaftlichen und allgemeinen gesellschaftlichen Aktivitäten unserer Gemeinde.
Das Mühlengebäude existiert auch heute noch, mit architektonischen und mechanischen Spuren der Mühlenaktivitäten am Bach Bistrica. Die Bestrebung und der Wunsch der heutigen Nachfolger ist es, die Mühle zu revitalisieren und als wertvolles kulturelles, wirtschaftliches und touristisches Angebot für die Stadt Ivanec zu fördern.
Materialien und Informationen wurden von Krešimir Friščić bereitgestellt.